Ich starte früh morgens los, um den Verkehr bestmöglich zu vermeiden. Mein Plan für
heute: In der Arbeit effizient sein und vor dem Abendessen zu Hause sein.
Ich denke mir: Heute klappt es. Ich werde zügig alles abarbeiten. Und schon sehe ich
mich am Tisch mit meiner Familie. Ja, genau so mache ich es. Gut gedacht – bis eben
dieser Anruf von meiner Assistentin kommt:
„Haben Sie das wichtige Meeting heute Abend eh nicht vergessen?“
„Shit.“
Da war er, der Anruf, der mir alles wieder zerstört hat. Mein Plan war somit wieder
Geschichte.
Zum einen kommt ein Schuldgefühl in mir auf – aber nur kurz. Denn meine Verantwortung
gegenüber dem Unternehmen und mein Anspruch, erfolgreich zu sein, sind einfach sehr stark.
Trotz allem stelle ich mir immer wieder die Frage:
Warum?
Warum schaffe ich es nicht?
Bin ich effizient genug? Setze ich die richtigen Prioritäten? Wie klar und direkt ist
meine Kommunikation in meinen Strukturen? Wie werde ich als Führungskraft überhaupt
wahrgenommen?
Nach kurzer Zeit übernehmen mein Ego und mein Ehrgeiz wieder das Kommando. Meine
Performance und die Zahlen passen ja. Den Rest kann ich kompensieren. Meine Familie
bekommt schließlich ein schönes Leben dadurch – Geschenke, Urlaube und alles, was sie
sich sonst wünscht.
Doch da ist dieser Widerspruch in mir:
Nein. Ich will raus aus diesem Zirkus.
Aber wie?
Mein kleiner, gewachsener Bauch erinnert mich noch dazu daran, dass mir ein wenig
Bewegung nicht schaden würde.
Ich brauche eine Idee.